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Interview mit Prof. Dr. Magerl über den Matratzen Testsieger aus Österreich

Was sind die häufigsten Ursachen von Rückenleiden?
Von Erkrankungen des Bewegungsapparats (Knochen, Muskeln, Gelenke) verursachte Schmerzen und Behinderungen gehören zu den häufigsten menschlichen Leiden. Unter diesen stehen die von der Wirbelsäule ausgehenden Beschwerden weitaus im Vordergrund. Als Ursache von Rückenschmerzen dominieren die im Volksmund oft als Abnutzungen bezeichneten primär degenerativen Veränderungen. Das sind Veränderungen an den vielfältigen Strukturen der Wirbelsäule, an den Wirbelknochen, Bandscheiben und an den Zwischenwirbelgelenken. Die eigentlichen Ursachen für diese Veränderungen sind nicht genau bekannt. Es spricht einiges dafür, dass eine genetische Veranlagung dafür verantwortlich ist. Daneben kommen auch der moderne Lebensstil mit dem Mangel an Bewegung, die zunehmende Übergewichtigkeit sowie berufliche und sportliche Überlastungen der Wirbelsäule in Frage.

In Anbetracht der Häufigkeit von Rückenleiden könnte man meinen, die Inzidenz primär degenerativer Veränderungen hätte im Verlaufe der Zeit massiv zugenommen. Das ist jedoch nicht der Fall. Verglichen mit dem Bevölkerungswachstum und der Überalterung habe allerdings die Behandlungsbedürftigkeit von Rückenleiden überproportional zugenommen. Es würde zu weit führen, die in diesem Zusammenhang diskutierten Ursachen aufzulisten, zumal man auch nicht genau weiß, warum das so ist. Die vielfach an der Lendenwirbelsäule lokalisierten degenerativen Veränderungen verursachen Kreuzschmerzen, oft mit Schmerzausstrahlungen in die Beine, mit Gefühlsstörungen oder Lähmungen in den Beinen. Solche Beschwerden können schon im frühen Erwachsenenalter auftreten und im Verlauf der Zeit zunehmen. Während aber m höheren Alter fast alle Menschen mehr oder weniger stark ausgeprägte degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule haben nimmt die Häufigkeit von Beschwerden im hohen Alter wieder ab. Diese paradoxe Entwicklung beruht auf der mit dem degenerativen Prozess einhergehenden allmählichen Einsteifung der Wirbelsäule. Früher instabil und deshalb schmerzhaft gewesene Anteile der Wirbelsäule werden dadurch wieder stabil. Es ist ferner fest zu halten, dass das Vorliegen oder Ausmaß degenerativer Veränderungen nicht unbedingt mit dem Vorhandensein von Schmerzen oder deren Ausmaß korreliert. Nicht selten verursachen selbst markante degenerative Veränderungen keine oder nur geringfügige Beschwerden. Grundsätzlich ist eine primär degenerative Erkrankung der Wirbelsäule ein progredientes und zur Chronifizierung neigendes Leiden. Von allen Menschen haben oder hatte schon einmal rund 60% – 80% Rückenschmerzen. In 5 % – 10 % der Fälle werden die Beschwerden chronisch und damit dauernd oder immer wieder behandlungsbedürftig. Chronische Rückenschmerzen sind eine der häufigsten Ursachen körperliche Invalidität. Die Folgen von Rückenschmerzen haben eine große volkswirtschaftliche Bedeutung. Statistisch gesehen waren Rückenschmerzen zur Zeit einer groß angelegten Studie (Daten des Gesundheitswesens der BRD 2001) verantwortlich für 50% aller Behandlungskosten im Gesundheitswesen und Hauptursache für verminderte Erwerbsfähigkeit sowie für die eingeschränkte Freizeitaktivität. Dabei verursachten die Behandlungsbedürftigen 2.5% der von der Lendenwirbelsäule ausgehenden Beschwerden 96% dieser Behandlungskosten. Die von Rückenleiden verursachten Arbeitsausfälle haben sich von 1976-1990 verdoppelt.

Welche Behandlungen gibt es für die degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule?
Eine eigentliche Behandlung der den Beschwerden zugrunde liegenden primär degenerativen Veränderungen gibt es noch nicht. Behandelbar sind die Beschwerden, wenn auch nicht immer vollauf befriedigend. Das Spektrum der Behandlungsmaßnahmen ist sehr vielfältig. Es beinhaltet viele konservative, d. h. nicht operative Maßnahmen wie Gymnastik, die Physiotherapie, Manipulative Therapie, verschiedene Anwendungen wie z. B. Massage oder Fango sowie medikamentöse Behandlungen. In jüngerer Zeit hat die sogenannte Schmerztherapie mit Injektionen in gewisse Strukturen der Wirbelsäule oder mit Sonden bei hartnäckigen Beschwerden recht gute Erfolge erzielt. Eine operative Behandlung ist im Verhältnis zur enorm großen Gesamtzahl der Krankheitsfälle nur selten nötig, nämlich in nur knapp 5% der chronischen Fälle. Gerade auf dem Gebiet der operativen Behandlung wurden in den letzten Jahrzehnten sehr große Forstschritte erzielt. Erinnert sei an Versteifungsoperationen oder an bewegungserhaltende Eingriffe, wie z. B. künstliche Bandscheiben. In Anbetracht der eingeschränkten und nicht immer befriedigenden therapeutischen Möglichkeiten haben vorbeugende Maßnahmen, welche das Auftreten von Beschwerden verhüten oder zumindest hinausschieben sollen, eine sehr große Bedeutung. Das Ziel dieser Maßnahmen ist zweifach: Einerseits die Stärkung der für die Funktion der Wirbelsäule maßgebenden Muskulatur und andererseit Überlastungen der Wirbelsäule zu vermeiden. Eine kräftige Eigenmuskulatur der Wirbelsäule, der sogenannte Muskelmantel, schützt nämlich die Wirbelsäule vor schädlichen unnatürlichen Bewegungen und Belastungen. Für Überlastungen kommen vielerlei Ursachen in Frage: Starkes Übergewicht, ungünstige Haltung oder Belastung bei der Arbeit, gewisse Sportarten, schlechte Haltung etc. Dabei spielt auch die Wechselwirkung zwischen Belastbarkeit und Belastung eine entscheidende Rolle. Eine zu schwache Muskulatur vermindert die Belastbarkeit der Wirbelsäule und umgekehrt. Der Zustand der Muskulatur ist vielfach das alles Entscheidende. Die allermeisten vorbeugenden Massnahmen zielen deshalb darauf ab, die Muskulatur im guten Zustand zu erhalten oder, wenn sie bereits geschwächt ist, sie zu stärken.

Wie wichtig sind der Schlaf sowie das „richtige“ Liegen für die Wirbelsäule und ev. die Behandlung und Prävention?
Wenn man bedenkt, dass sich die tagsüber ständig beanspruchte Muskulatur auch erholen können muss, was v. a. während der Nachtruhe geschieht, liegt der Schluss nahe, dass die Nachtruhe und vor allem deren Qualität sehr große Bedeutung haben. Während des Liegens erholen sich nicht nur die Muskulatur sondern auch die für die Funktion der Wirbelsäule gleichermaßen bedeutenden Bandscheiben. Diese verlieren tagsüber infolge der Belastung Flüssigkeit, werden deshalb niedriger und weniger elastisch. Umgekehrt verhält es sich während der Nachtruhe. Die während des Schlafs entlasteten Bandscheiben nehmen wieder Flüssigkeit auf und erhalten dadurch wieder ihre normale Höhe und Elastizität. Erläuternd kann man dazu sagen, dass die einzelnen Bandscheiben bei ruhiger aufrechter Körperhaltung sowohl durch die Spannung der Muskulatur belastet als auch die oberhalb einer Bandscheibe liegende Körpermasse belastet werden. Beim Schlafen wird die Muskelspannung im Rahmen der reduzierten neuromuskulären Aktivität herabgesetzt und die Belastung durch die Körpermasse fällt weg. Entscheidend für den erwähnten Regenerationsprozess ist, dass sich die Muskulatur während des Schlafs entspannen kann. Anderenfalls können sich die Bandscheiben auch nachts nicht ausreichend erholen. Alles, was Verspannungen der Muskulatur verursacht, wie z. B. unbequemes Liegen, ist somit auch für die Bandscheiben ungünstig. Muskelverspannungen können aber schon an sich Beschwerden verursachen, sogenannte Verspannungsschmerzen. Sie treten in den Muskeln sowie in deren Ansätzen am Skelett auf und das nicht nur im Bereich der Wirbelsäule. Verspannungen der Rückenmuskulatur können nämlich Verspannungsketten auslösen, die auf die Arme oder Beine übergreifen und dort an meist charakteristischen Stellen Schmerzen verursachen. Dabei ist klar, dass eine bereits degenerativ veränderte Wirbelsäule erheblich empfindlicher auf die erwähnten Störungen reagiert als eine gesunde. Die Qualität des Liegens resp. der Nachtruhe ist in erster Linie abhängig von den Eigenschaften der Liegeunterlage, der Matratze. Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass eine Matratze die Wirbelsäule nicht in eine ungünstige Verkrümmung zwingen darf, wie das z. B. bei einer durchhängenden Matratze der Fall ist. Solche Matratzen dürften der Vergangenheit angehören. Auf einen Nenner gebracht kann man sagen, dass während der nächtlichen Ruhephase nichts den entspannenden „Regenerationsschlaf“ stören soll. Häufigste Ursachen physischer Schlafstörungen sind Druckschmerzen im Becken- und Schulterbereich und Muskelverspannungen. Zu Druck-sschmerzen kommt es, wenn, wie z. B. bei einer zu harten Matratze, die Kontaktfläche zwischen der Körperoberfläche und der Matratze klein ist. Gute Matratzen schmiegen sich bis zu einem gewissen Grad der Körperoberfläche an, ohne dass die Wirbelsäule dabei krumm wird. Mit der vergrösserten Kontaktfläche wird der Auflagedruck kleiner. Eine zu weiche Matratze ist andererseits auch ungünstig. Wenn man in der Matratze sozusagen versinkt wird das Wechseln der Liegeposition erschwert. Besonders in Seitenlage kann aber auch ein unangenehmes Instabilitätsgefühl auftreten, weil die Abstützung durch die Arme und Beine als unsicher empfunden wird. Matratzen sollen darüber hinaus die vom Körper abgegebene Wärme und Feuchtigkeit gut ableiten. Letzteres ist v. a. wichtig für Menschen, denen leicht zu warm wird oder die zum Schwitzen neigen. Kann eine Matratze eine heilende Wirkung entfalten? Es liegt in der Natur der primär degenerativen Veränderungen, dass das sicher nicht sein kann. Eine gute Matratze kann aber wenigstens die Schlafqualität und damit den Regenerationsprozess so gut wie jeweils möglich fördern. Eine schlechte kann sich theoretisch gesehen ungünstig auf die weitere Entwicklung der Beschwerden auswirken.

Kann eine Matratze vorbeugend wirken?
Auch eine gute Matratze kann die Entwicklung degenerativer Veränderungen nicht verhindern. Sie kann aber die nächtlichen regenerativen Prozesse fördern und damit vielleicht dazu beitragen, dass der degenerative Prozess langsamer voranschreiten und die Beschwerden erst allmählicher auftreten. Während man für die Auswirkung von Matratzen auf die Schlafqualität auf einige wissenschaftlich gesicherte Daten zurückgreifen kann gibt es hinsichtlich der therapeutischen und vorbeugenden Wirksamkeit von Matratzen nur Spekulationen. Die Wahl der richtigen Matratze ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Nicht jede Matratze garantiert im Einzelfall dieselbe Schlafqualität, auch wenn sie punkto Bau und Struktur noch so gut ist. Man muss sich von einem Fachmann beraten lassen und soll die Möglichkeit haben, die Matratze eine Zeit lang zu erproben.

Sie haben selbst eine Operation hinter sich und haben die Flexima-Matratze gerade im Test. Wie waren die ersten Nächte auf Ihrer Testsieger-Matratze aus Österreich? Was können Sie in der kurzen Zeit über die Qualität sagen?
Schon vor der Operation war mein Schlaf lange Zeit schmerzbedingt erheblich gestört. Nach der Operation verschärfte sich das Problem massiv, so dass ich mich nach einer besseren Matratze umsehen musste. Diese sollte folgenden Anforderungen gerecht werden: Bequeme Positionen in Rücken- und Seitenlage, keine Auslösung von Muskelverspannungen, kein Wärmestau, Ableitung der Körperfeuchtigkeit, kein Schwitzen. Die Flexima Matratze schien mir diesen Anforderungen am besten gerecht zu werden, nicht zuletzt weil sie auch ein spezielles Lüftungssystem hat und weil ich Gelegenheit bekam, Flexima Matratzen mit verschiedenem Härtegraden zu testen. Ich schlafe nun schon längere Zeit auf einer Flexima Matratze und kann sagen, dass meine Erwartungen vollauf erfüllt wurden. Im Rahmen meiner immer noch erheblichen Reisetätigkeit, die ich auch bald nach der Operation wieder aufnahm, habe ich schon auf vielen Matratzen geschlafen, kann mich jedoch nicht erinnern auf einer so gut geschlafen zu haben wie auf der Flexima Matratze.